Ein Ort für die Erinnerung und Akzeptanz von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt

6. Mai 2020

Die Landeshauptstadt Düsseldorf bekommt einen Ort für die Erinnerung und Akzeptanz von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt. 

Seit vielen Jahren gibt es den großen Wunsch, mit einem Mahnmal im öffentlichen Raum der Diskriminierung von Lesben, Schwulen und Transgeschlechtlichen zu gedenken. Der Idee nach einem solchen Ort wird seit vielen Jahren in der Düsseldorfer Stadtgesellschaft diskutiert und vom LSBTIQ+ Forum Düsseldorf gefordert. 

Nach Berlin und Hamburg wurden in keiner anderen Stadt des Deutschen Reiches während der Zeit des Nationalsozialismus so viele Männer wegen homosexueller Vergehen festgenommen und zum Teil deportiert wie in Düsseldorf. Beispielhaft verhaftete allein die Gestapo bis August 1938 etwa 400 Männer nach § 175 Reichstrafgesetzbuch. Damit war Düsseldorf die Stadt mit den meisten Festnahmen nach § 175 RStGB in ganz Westdeutschland. Die „widernatürliche Unzucht“ unter Frauen ist hingegen in Deutschland nie Gegenstand strafrechtlicher Verfolgung gewesen, so dass auch in Düsseldorf hierzu kaum Daten vorliegen. Gemäß ihrer untergeordneten Stellung in Staat und Gesellschaft wurde der Sexualität von Frauen keinerlei Bedeutung zugemessen. Andererseits galten frauenliebende Frauen als schwere sittliche Gefährder*innen, die die Frau der Ehe entziehen. 

Auch vor und nach der Zeit des Nationalsozialismus wurden in Düsseldorf und Deutschland lesbische, homosexuelle, bi, trans* und queere* Menschen verfolgt und diskriminiert. Dem Forum und der Landeshauptstadt  war es wichtig, dass die Diskriminierung und Verfolgung einzelner Gruppen von den Wettbewerbsteilnehmer*innen integrativ betrachtet wird. Die künstlerische Gestaltung war grundsätzlich freigestellt. Es sollte dem Gedenken an die Opfer von Intoleranz und Verfolgung Raum gegeben werden. Gleichzeitig soll aber auch von dem Kunstwerk ein Impuls für die zukünftige Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt ausgehen.

Die Kunstkommission wurde im Sommer 2018 vom Kulturausschuss der Landeshauptstadt Düsseldorf beauftragt, einen offenen Wettbewerb für die Realisierung des Erinnerungsortes in Rheinnähe zwischen der Rheinkniebrücke und der Oberkasseler Brücke durchzuführen. Vorangegangen war bereits ein offener Werkstatttag im März 2018 in der Mahn- und Gedenkstätte, bei welchem erste Vorstellungen zu einem Gedenkort in der Stadt ausgetauscht wurden.

In Zusammenarbeit mit dem "LSBTIQ+ Forum Düsseldorf" hatte die Kunstkommission Düsseldorf dafür einen zweiphasigen, anonymen Wettbewerb ausgelobt. Der Entwurf "Ein seltsam klassisches Denkmal" von Claus Richter, eine ging aus diesem Wettbewerb jetzt als Sieger hervor. Am 30. April beschloss der Kulturausschuss auf Empfehlung der Kunstkommission die weitere Bearbeitung und deren Umsetzung.

 

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Siegerentwurf



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