DON’T ASSUME - NICHTS ALS GEGEBEN ANNEHMEN

Niels Betori Diehl und Barbara Prokop, Berlin

Auszug aus dem Text der Verfasser*innen:

Wie bereits im Erläuterungstext zur ersten Wettbewerbsphase beschrieben, versinnbildlicht die Leuchtschrift DON’T ASSUME bereits durch ihre schiere Leuchtkraft und Größe die Notwendigkeit der Sichtbarmachung von noch zu oft unsichtbaren nicht-heteronormativen Lebensweisen, Geschlechtlichkeiten und Begehren. Die Beschaffenheit der Arbeit selbst ergänzt und bekräftigt somit die Weisung DON’T ASSUME, die zum Nach-denken über das eigene Handeln und die eigene Haltung gegenüber anderen bewegen soll. Weitere Bedeutungsebe-nen werden generiert und sinnlich erfahrbar gemacht. Die Intervention bringt sich ausserdem so ein, wie Kunst es im öffentlichen Raum potentiell vermag: Sie tritt in einen Dialog mit der gesamten Umgebung, behauptet sich dabei und schafft Kontraste, und fügt sich dennoch einer Gesamtheit, zu dessen Bestandteil sie wird und zu der sie sich nicht ein-fach als bloßer Fremdkörper unvermittelt dazugesellt.

Begleitendes Nebenprojekt: Das DON’T ASSUME T-Shirt
Anfang des Jahres 2020, ca. neun Monate vor Einweihung des Gedenkorts, werden Partnerschaften mit Düsseldorfer Kunstinstitutionen zum Vertrieb der T-Shirts abgeschlossen. Zeitgleich beginnt die Zusammenarbeit mit einer PR-Agentur zur vertriebsfördernden Unterstützung. Nach erfolgter Produktentwicklung der DON’T ASSUME T-Shirts mitsamt Verpackungsdesign beginnt die Produktion. Es folg ein Fotoshooting mit LSBT*-Models, eine Plakatkampagne im Düsseldorfer Stadtraum und der Be-ginn des Vertriebs der T-Shirts über die Museum Shops und Online Shops der Kunstinstitutionen. Die PR-Agentur begleitet das Ganze mit einer Medienkampagne bis zur Einweihung und darüber hinaus. Am Ende des nachfol-genden Jahres 2021 erfolgt der Jahresabschluss der Erlöse aus dem T-Shirt-Verkauf. Die aus dem Verkauf bis zu diesem Zeitpunkt generierten Einnahmen sollen der Forschung über die Verfolgung von LSBT*-Menschen dienen, deren Fokus bisher hauptsächlich auf der Verfol-gung homosexueller Männer lag. Denkbar ist, die Erlöse der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf oder einer thema-tisch angelehnten gemeinnützigen Institution als zweckgebundene Spende zugute kommen zu lassen. In den Folge-jahren sollen alle weiteren Erlöse der Deutschen Aidshilfe gespendet werden.

 



Begründung der Jury aus der Sitzung vom 26. November 2019

Alternativ zu der Verortung der Schrift auf dem Dach des Behrensbaus wurde der Platz des historischen Schmuckmarktes gewählt. Die einzelnen Buchstaben sind nun aufgeständert und mit Sockeln zum Sitzen versehen. Leider wird auch der alternative Standort von der Denkmalbehörde als sehr kritisch eingestuft. Zudem erscheint die künstlerische Aussage des Satzes zu allgemein gehalten. Der Bezug bzw. der Verweis auf die Community ist nicht gegeben, so dass die Idee des Erinnerungsortes hier nicht greift.